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Was bringt eine Technikerstunde wirklich?

Kurz gefasst

Realisierter Leistungserlös je Einsatzstunde = Netto-Leistungserlös ÷ tatsächlich geleistete auftragsbezogene Stunden

Im Beispiel: 88.000 € ÷ 1.320 h = 66,67 € je Einsatzstunde.

Daneben steht der Erlös je abgerechneter Stunde: 88.000 € ÷ 900 h = 97,78 €. Beide Kennzahlen beantworten unterschiedliche Fragen. Keine davon ist bereits Gewinn.

Ihr Listenpreis zeigt, was Sie für eine berechnete Stunde verlangen. Ob ein Auftrag wirtschaftlich ist, hängt auch von den Stunden ab, die Sie dafür einsetzen, aber nicht gesondert abrechnen.

Deshalb betrachten wir Erlös je abgerechneter Stunde, Erlös je Einsatzstunde und Kosten getrennt. Alle Zahlen im folgenden Beispiel sind fiktiv und keine Branchenwerte.

Preisliste und tatsächlicher Erlös

Der Netto-Leistungserlös je abgerechneter Stunde zeigt, welcher Preis nach Nachlässen tatsächlich erreicht wird. Vergleichen Sie ihn nur mit einem Listen- oder Kalkulationssatz für denselben Leistungsumfang. Zuschläge, Pauschalen und der Leistungsmix können den erreichten Satz erhöhen oder senken.

Der Leistungserlös je tatsächlich eingesetzter Stunde bezieht zusätzlich nicht gesondert berechnete Arbeit ein. So werden etwa aufwendige Anfahrten oder Nacharbeiten sichtbar. Ob der Erlös die Kosten deckt, prüfen Sie anschließend anhand der zugehörigen Personal-, Fahrzeug- und weiteren Kosten.

Welche Erlöse und Stunden zusammengehören

  1. Leistungserlös abgrenzen. Verwenden Sie Nettoerlöse nach Nachlässen und Gutschriften aus den betrachteten Leistungen. Materialverkäufe und durchgereichte Fremdleistungen bleiben für diesen Stundenvergleich außen vor. Bei gemischten Pauschalen muss der Leistungsanteil nachvollziehbar abgegrenzt werden.
  2. Abgerechnete Stunden zählen. Für den Preisvergleich zählen die Stunden, die dem betrachteten Leistungserlös zugrunde liegen. Bei Pauschalverträgen ohne Stundenabrechnung ist diese Kennzahl nicht ohne Weiteres verfügbar; rechnen Sie dann mit den tatsächlichen Einsatzstunden.
  3. Alle Einsatzstunden erfassen. Dazu gehören die direkt zugehörige Arbeit, Fahrten, Rüsten, Dokumentation sowie Nacharbeit und Gewährleistung – unabhängig davon, ob sie gesondert berechnet werden. Jede Stunde wird genau einmal gezählt.
  4. Abwesenheit und Schulung getrennt führen. Urlaub und Krankheit sind keine Anwesenheit. Schulung ist Anwesenheit, aber im Beispiel keine auftragsbezogene Einsatzzeit. Diese Zeiten gehören in die Kapazitäts- und Kostenplanung.

Ein Rechenbeispiel (erfundene Zahlen, keine Branchenwerte)

Für einen Techniker betrachten wir ein Jahr. Im Beispiel werden Fahrten, Nacharbeit und Dokumentation nicht gesondert berechnet; weitere interne Tätigkeiten fallen hier vereinfachend nicht an.

PositionWert
Sollstunden vor Abwesenheiten und Schulung1.600 h
− Urlaub und Krankheit240 h
= Anwesenheitsstunden1.360 h
− Schulung40 h
= Auftragsbezogene Einsatzstunden1.320 h
Davon abgerechnete Leistungsstunden900 h
Davon Fahrten220 h
Davon Nacharbeit und Gewährleistung90 h
Davon Rüsten und Dokumentation110 h
Netto-Leistungserlös ohne Material und Fremdleistungen88.000 €
Erlös je abgerechneter Stunde: 88.000 € ÷ 900 h97,78 €
Erlös je Einsatzstunde: 88.000 € ÷ 1.320 h66,67 €

900 von 1.320 Einsatzstunden werden abgerechnet: rund 68,2 %. Diese Quote bezieht sich ausdrücklich auf die Einsatzzeit. Bezogen auf die 1.360 Anwesenheitsstunden wären es 66,2 %. Benennen Sie die Bezugsgröße, damit Vergleiche über Monate aussagekräftig bleiben.

Was die Zahlen aussagen

Ein hoher Erlös je abgerechneter Stunde kann mit einem niedrigen Erlös je Einsatzstunde zusammenfallen. Dann können zusätzliche Fahrten oder Nacharbeiten den Preisvorteil aufzehren. Für ein Ergebnisurteil fehlen noch die Kosten.

Vergleichen Sie ähnliche Aufträge, Einsatzarten und Zeiträume mit derselben Erlös- und Stundendefinition. Unterschiede zwischen Technikern können aus Touren, Vertragsbedingungen oder Anlagen entstehen und sind allein kein Beleg für unterschiedliche Leistung.

Die drei häufigsten Fehler

  1. Materialumsatz als Stundenleistung zählen. Ein Auftrag mit teuren Ersatzteilen erscheint dadurch produktiver, obwohl der zusätzliche Erlös Materialkosten decken muss.
  2. Nicht berechnete Arbeit ausblenden. Fahrten und Nacharbeit gehören mit eigener Tätigkeitsart zum verursachenden Auftrag. So bleiben sowohl der vollständige Aufwand als auch seine Ursache sichtbar.
  3. Die Stundenbasis wechseln. Abgerechnete Stunden, Einsatzzeit, Anwesenheit und Sollzeit sind verschiedene Größen. Ein Vergleich setzt dieselbe Definition voraus.

Woher Sie die Zahlen bekommen

Verbinden Sie Rechnungsstellung und Zeiterfassung über den Auftrag. Trennen Sie Leistung, Material und Fremdleistungen sowie Arbeit, Fahrt und Nacharbeit. Bei mehreren beteiligten Technikern braucht der Erlös eine nachvollziehbare Zuordnung; fehlt sie, ist der Vergleich auf Auftragsebene belastbarer.

Was Sie damit machen

Prüfen Sie zuerst die Ursache: Sind die Preise zu niedrig, fallen zu viele nicht berechnete Stunden an oder passt die Tourenplanung nicht? Legen Sie dann eine Maßnahme fest und vergleichen Sie im nächsten Monat dieselben Kennzahlen einschließlich der Kosten. Frei gewordene Zeit ist erst dann zusätzlicher Erlös, wenn sie für nachgefragte Leistungen eingesetzt werden kann.

Häufige Fragen

Wie berechnet man den realisierten Erlös je Einsatzstunde?

Teilen Sie den Netto-Leistungserlös ohne Material und Fremdleistungen durch alle tatsächlich geleisteten auftragsbezogenen Stunden. Dazu gehören auch zugehörige Fahrten, Rüsten, Dokumentation und Nacharbeit. Erlös und Stunden müssen dieselben Aufträge und denselben Zeitraum betreffen.

Liegt der erreichte Stundensatz immer unter dem Listenpreis?

Nein. Nachlässe können ihn senken, Zuschläge oder Pauschalen können ihn erhöhen. Vergleichen Sie den Listenpreis nur mit dem Erlös je abgerechneter Stunde für denselben Leistungsumfang. Der Erlös je Einsatzstunde bezieht zusätzlich nicht gesondert berechnete Zeiten ein.

Gehören Fahrzeiten zu den abrechenbaren Stunden?

Das hängt vom Vertrag ab. Tatsächlich abgerechnete Fahrstunden zählen mit dem zugehörigen Erlös in die entsprechende Abrechnungskennzahl. Für den Erlös je Einsatzstunde werden alle auftragsbezogenen Fahrzeiten berücksichtigt, auch wenn sie nicht gesondert berechnet werden.

Diese Trennung schafft die Grundlage für unsere Perspektive „Ihr Team“: nachvollziehbare Kennzahlen und konkrete Fragen für die Einsatzplanung.

Wenn Sie diese Rechnung für Ihre eigenen Techniker sehen wollen, sprechen wir im Erstgespräch darüber.

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